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Bezugspflege

Therapiegespräch (gestelltes Bild mit Mitarbeiterinnen des Klinikums Taufkirchen)

 

 

Eine wichtige Rolle beim therapeutischen Angebot der forensischen Stationen kommt dem Pflegepersonal zu. Auf den Stationen werden die Patientinnen im Bezugspersonensystem, (entsprechend dem Pflegestandard „Bezugspflege im bayerischen Maßregelvollzug“ der Pflegedienstleitungen im bayerischen MRV) betreut. Das heißt, jeder Mitarbeiter des Pflegeteams ist für einige Patientinnen persönlich zuständig und kümmert sich um Probleme, die während des Klinikalltags bei „seinen“ Patientinnen entstehen oder offenbar werden. Diese Aufgabe beinhaltet die enge Kooperation mit den anderen Berufsgruppen. Alle Bereiche des täglichen Lebens werden, soweit erforderlich, vom Pflegepersonal begleitet. Die Pflegetätigkeit umfasst das Einüben lebenspraktischer Fähigkeiten (vom Wecken bis zum Schlafengehen), Motivationsarbeit zur Therapieteilnahme, Motivation zur Einnahme von Medikamenten,  Bezugspersonengespräche und Besuche in der Arbeitstherapie oder bei anderen Therapien bzw. am Arbeitsplatz. Neben diesen Aufgaben ist der Sicherheitsgedanke ständiger Begleiter bei der täglichen Arbeit. Nicht nur der bauliche Zustand des Bereiches ist ständig zu kontrollieren,  auch rechtzeitiges Erkennen von Verhaltensauffälligkeiten bei den Patientinnen ist Bestandteil professioneller forensischer Pflege. Der konstruktive Umgang mit der Freizeit ist von großer Bedeutung. Deshalb werden die Patientinnen in Planung und Durchführung vielseitiger Angebote im Bereich der Aktivitäten des täglichen Lebens, so auch der Freizeitgestaltung eingebunden. Dies fördert einerseits das Gefühl der Verantwortlichkeit für sich selbst und die Gemeinschaft. Andererseits hilft es auch, die Beziehung zwischen den Patienten und dem Pflegeteam zu stabilisieren und dem Grundsatz „Sicherung durch Beziehung“ zu entsprechen Zusätzlich werden Außenaktivitäten wie Einkauf mit den Patienten, Einzel- und Gruppenstadtausgänge und Ausflüge mit kleineren Patientengruppen organisiert und begleitet. In der therapeutischen Gruppenarbeit nimmt das Pflegepersonal überwiegend co-therapeutische Aufgaben war. Die Pflege gestaltet Entspannungs-, Koch-, Sport-, Interaktions- und Gesprächsgruppen. Bei der Arbeit mit den Patienten kommt es immer wieder zu Krisensituationen, deren positive Bewältigung eine Weiterentwicklung der Patientin zu fördern vermag. Die Pflegenden sind dann die ersten Ansprechpartner und müssen schnell reagieren. Dies erfordert sofortige Entscheidungen und adäquate Reaktionen. Da diese Maßnahmen für die Patientin sehr folgenreich sein können, trägt das Pflegepersonal in solchen Situationen eine sehr hohe Verantwortung. Durch Beziehungsarbeit, Milieutherapie und Motivation im Sinne des Pflegeprozesses und unter Berücksichtigung der notwendigen Sicherung, soll bei den forensischen Patientinnen eine psychische, physische und soziale Stabilität erreicht werden. Das bedeutet für die Pflegekräfte, die

Bereitschaft und die Fähigkeit die Integration der Patientin zu fördern und ihr dadurch Hilfestellung auf dem Weg zurück in die Gesellschaft zu geben.

 

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